Wenn Bienen verallgemeinert werden...

Die Wildbiene ist klar von der Honigbiene zu unterscheiden. Während die Wildbiene gefährdet ist, nimmt die Zahl der Honigbienen in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu. Die Anzahl der Bienenvölker hat mit heute 26.000 Völkern den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Diese Feststellung schickte der Referent Dr. Christian Schmid Egger auf der Veranstaltung der Jungen DLG/Team Rostock zum Thema Bienen an den Anfang seines Vortrages. Schmidt Egger ist Mitarbeiter der „Deutschen Wildtier Stiftung“. Die Honigbiene sei deshalb aus der Diskussion um das Bienensterben herauszunehmen. Förderprogramme sollten auf den Prüfstand gestellt werden, ob sie den Honig- oder den Wildbienen nutzen. Als sinnvoll bewertete er die Förderung von Lebensräumen für die Wildbienen. Die Diskussion um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hält er vor diesem Hintergrund für weniger zielführend.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurden vor allem Maßnahmen zur Förderung der Wildbiene beziehungsweise deren Hemmnisse angesprochen.

Die Landwirtin Dr. Kathrin Naumann kritisierte vor allem die Inflexibilität des Naturschutzrechts. So sind Förderprogramme zum Beispiel an bestimmte Saaten gebunden, die bei knappem Angebot zu einem finanziellen Zuschussgeschäft für den Landwirt werden. Oder: Angelegte Hecken werden zu Biotopen, die dann einer betrieblichen Erweiterung in der Zukunft im Weg stehen können. Und das Dauergrünlandgesetz führt dazu, dass Ackerland alle fünf Jahre umgebrochen werden muss, um den Ackerstatus zu erhalten und somit zu einem Lebensraumverlust von Wildbienen.

Claudia Schulz vom Bündnis 90/Die Grünen sprach sich für eine Erhöhung der Biodiversitätsförderquote aus. Das heißt konkret, weniger Geld in die 1. Säule und eine weitere Umschichtung in die 2. Säule der GAP.

Die Frage „Wann, und wie konkrete Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen umgesetzt werden?“ konnte keiner der Referenten zeitlich benennen. Es blieb bei der Aussage „Politik ist ein Prozess mit vielen Akteuren“. Zusammengefasst also: Es dauert noch, liebe (Wild-) Bienen!

Autorin: Svea Sievers, Fachzentrum Landwirtschaft, DLG e.V.