Kommunikation neu denken?

Das Junge DLG/Team Soest hat dieser Tage zu ihrer ersten Veranstaltung mit rund 150 Teilnehmern auf den Campus der Fachhochschule Südwestfalen eingeladen. Das Thema lautete „Social Media: Moderne Kommunikationstechnik in der Agrarbranche“.  

Gerhardt Schmidt referierte über das Thema „Landwirtschaft am Pranger von Medien, NGO und Politik – und was jetzt?“. Er machte klar, dass man sich über den Mainstream in den Medien zum Thema Landwirtschaft im Klaren sein muss und auch darüber, dass den Redakteuren in der Regel das Hintergrundwissen zu landwirtschaftlichen Themen fehlt.

Da Ernährung jeden betrifft, steht auch die Landwirtschaft als erzeugendes Gewerbe im Fokus. Die Tierhaltung heute ist um Längen besser, als die Tierhaltung vor 60 Jahren. Aus seiner Sicht ist die Uneinigkeit der Landwirte in Deutschland deren größte Schwäche. Er identifiziert für die Landwirtschaft sechs Handlungsfelder:

  1. Einigkeit und Geschlossenheit innerhalb der Branche, der Ernährungswirtschaft und dem Handel. Es könne nicht sein, dass ein Redakteur, der drei verschiedene Kreisbauernpräsidenten anruft, drei verschiedene Aussagen zu ein und derselben Fragestellung erhält.
  2. Permanente Weiterbildung zum Thema „Kommunikation“. Das fängt schon mit dem Gespräch von Mensch zu Mensch, ob jemand zuhört, und der Körpersprache an.
  3. Arbeiten an der Argumentation, zum Beispiel die Kulturlandschaft in Deutschland als Leistung der Landwirtschaft herausstellen.
  4. Kommunikation offensiv und proaktiv, sowohl intern wie auch extern, gestalten.
  5. Landwirte sollen sich stärker in Politik, zum Beispiel Gemeinderat, und Gesellschaft, Vereine im Dorf, engagieren.
  6. Es muss eine bessere Zusammenarbeit mit der Ernährungswirtschaft und dem Handel angestrebt werden.

Thomas Fabry stellte in seinem ersten Vortrag an diesem Tag die „Möglichkeiten der Kommunikation im Digitalzeitalter“ vor. Für ihn ist Social Media mit einer Tupperparty zu vergleichen, weil alle Anwesenden Fragen und Kommentare direkt und ungefiltert mitbekommen können. Themen und Inhalte werden aus seiner Sicht immer häufiger in Social Media gesetzt und gelangen von da aus in die Verbreitung über die klassischen Medien wie Fernsehen, Zeitung und so weiter.

In seinem zweiten Vortrag ging Fabry auf „Social Media für Landwirte: Meine Ideen, meine Ziele, mein Buch“ ein. Er zeigte die verschiedenen Social Media-Seiten auf und erläuterte, welche besonders geeignet für landwirtschaftliche Inhalte sind.

Michael Bittner, Landwirt vom Rande des Ruhrgebietes, stellte seine Idee „Social Media an der Basis: Was eine kurze WhatsApp bewirken kann“ vor. Eine WhatsApp-Gruppe, in welcher Nachbarn und Anwohner informiert werden, wenn beispielsweise Gülle ausgebracht wird, kann häufig Streit und Missverständnisse vermeiden, so die Erfahrung von Bittner.

Henning Dicks stellte in seinem Vortrag „Onlinekommunikation von Agrarmedien“ dar und zeigte, dass Printmedien auch im Zeitalter von Internet und Social Media noch eine relativ hohe Bedeutung einnehmen. Viele Leser forderten, seinen Angaben zufolge, auch heute noch eine gedruckte Zeitschrift.