Am IPZ treffen Welten aufeinander

Vorige Woche setzten sich zum zweiten Mal Studenten sehr gegensätzlicher Studiengänge der Hochschule Anhalt zusammen, um das „wie und warum“ im Ackerbau zu diskutieren. Angeboten von der Jungen DLG/Team Bernburg kamen Studenten der beiden Studienrichtungen Naturschutz und Landwirtschaft zum IPZ nach Bernburg und beredeten das Thema Düngung und Boden.

Während im Naturschutz meist Nährstoffeinträge vermieden werden wollen, um konkurrenzschwachen Arten ein Überleben zu sichern, steht die Düngung im Ackerbau für Wachstum, Ertragsbildung und -qualitäten der Anbaukulturen. Ein großer Diskussionspunkt war dabei wie und wo im Nährstoffkreislauf (und hier vor allem beim Stickstoff) Verluste entstehen können und wie Nitrat, Ammonium, aber auch Lachgas und Ammoniak im System entstehen und wirken.

Was dem Landwirt dabei das täglich Brot, ist für die Experten des Naturschutzes und der Landschaftsplanung neu: Welche Düngerformen gibt es eigentlich und wie werden sie ausgebracht? Wieviel und wann werden Nährstoffe den Pflanzen zur Verfügung gestellt und was passiert damit in Boden und Pflanze?

Schnell kamen die Studenten auf Möglichkeiten, wie Nährstoffverluste vermieden werden können, aber auch, welche natürlichen und ökonomischen Grenzen dieser Verlustvermeidung entgegenstehen. Nährstoffe nimmt die Pflanze schließlich zum allergrößten Teil über den Boden auf. So ist auch das Bodenmanagement ein sehr wichtiger Schlüssel zu gesundem Wachstum und zur Nährstoffeffizienz. Diesem Thema ging die Gruppe ebenfalls auf den Grund.

So wurden auf dem langjährigen Feldversuch zum Systemvergleich Bodenbearbeitung die unterschiedlichen Effekte der Bodenbearbeitungsvarianten besprochen. In einer Spatendiagnose – für den guten Landwirt eine Routinemaßnahme – analysierten die Teilnehmer die unterschiedlichen Bodenstrukturen von Direktsaat, Streifenbodenbearbeitung und Mulchsaat.

Nicht nur die Studenten des Naturschutzes und der Landschaftsplanung erhielten neue Einblicke in die Kreisläufe des Ackerbaus. Auch die Landwirte sahen die Gelegenheit, alltägliche Themenbereiche im System zu überdenken und aus einer anderen Perspektive zu betrachten, als eine wertvolle Ergänzung zum Studium.

Im Juni wird es spannend in dieser Gesprächsrunde: Beim dritten Termin steht die Akzeptanz von Biodiversitätsmaßnahmen in der Landwirtschaft zur Diskussion. Ein heiß diskutiertes Thema in Landwirtschaft, Gesellschaft und Politik.